Tagesausflüge von Las Palmas, Gran Canaria

Vorbemerkung: Alle Touren habe ich als Halbtagstouren nach meiner Arbeit, in der Regel so ab 13:00 Uhr begonnen. In allen Fällen bin ich an der zentral gelegenen San Telmo Busstation gestartet. Bei keiner dieser Touren bin ich unter zeitlichen Druck mit Rückreise etc. geraten. Mein erstes Ziel am Ort war immer die Touristen-Information. In allen Fällen habe ich sehr gute Tipps erhalten, denen ich größtenteils auch gefolgt bin. Als Orientierungsmittel habe ich entweder Google Maps oder die Karte des Fremdenverkehrsamtes verwendet.

Las Palmas – Teror

Teror ist, anders als der Name vielleicht assoziiert, ein schönes friedliches Örtchen in den Bergen. Der Bus 216 fährt direkt dorthin. Die zentral gelegene Basilika „Nuestra Señora del Pino“ gilt als eine der wichtigsten Kirchen des Landes. Man kann sich alles sehenswerte gut über einen Rundweg erschließen. Das Zisterzienser-Kloster sieht zwar beeindruckend aus, ist aber wohl meistens geschlossen. Von dort lasse man sich durch Google Maps den Weg zur Finca de Osorio leiten. Ich wähle unter den Google-Varianten eine Strecke, die oberhalb der Stadt entlanggeht. Dafür, dass man nicht mehr absteigen muss, ist der Weg aber deutlich länger. Ich komme an einem weiteren Kloster der Dominikaner vorbei. Ein grauschwarzer Bau, der über der Stadt thront. Besucher will man hier eher auch nicht. Ein Stück weiter gibt es einen Abzweig zur Finca de Osorio. Das ist ein riesiges Garten- und Waldgrundstück mit der Finca im Zentrum. Dort werden ökologische Projekte durchgeführt. Es gibt zahlreiche Waldwege, aber kaum Ausschilderungen, außer einer, die auf den Berg (Pico) verweist. Ich drehe eine kleine Runde durch den Wald, vorbei an einem sorgfältig gepflegten Garten mit vielen südländischen Gewächsen. Die Finca sieht offenbar nicht ihre Aufgabe darin, sich um Touristen zu kümmern.

Von der Finca kann man zur Quelle laufen, wo es das „Aqua de Teror“, das Teror-Wasser gibt. Dort ist eine große Abfüllfabrik, die aber auch kostenlos Quellwasser für Besucher bietet. Der Pförtner gibt mir einen Plastebecher und ich kann mir selbst das als wertvoll geltende Mineralwasser abfüllen. Das trinke ich in Ruhe auf einer Bank während sich die Großabfüller mit drei und Fünfliter-Kanistern abwechseln und ganze Kaskaden von Wasserbehältern zu ihren Autos tragen. Auf gleichem Wege gehe ich wieder in das Stadtzentrum und schaue mir die berühmte Kirche „Basilika Nuestra Señora del Pino“ an, die inzwischen geöffnet ist. Sie gilt als eine der wichtigsten Kirchen in Gran Canaria. Der Innenraum ist beeindruckend, aber auch der riesige Baum davor.

Las Palmas – Gáldar

Wer mit dem Bus von Las Palmas nach Gáldar fährt, (Bus 103 oder 105) sollte sehen, dass er auf der Hinfahrt einen Platz rechts am Fenster ergattert. Der Ausblick auf die Küstenseite ist spektakulär. Gáldar ist der Ort, an dem man sich über die Urbevölkerung von Gran Canaria, die Canarios, wohl am besten informieren kann. In einer großen überdachten Ausgrabungsstätte, Cueva Pintada, wird man durch die Wohnungen und Höhlen der frühen kanarischen Bevölkerung geführt. Alles ist mit Videos, die man sich in mehreren Sprachen ansehen kann, gut dokumentiert. Zentraler Punkt ist die Höhle mit geometrischen Höhlenzeichnungen, die unterschiedlich gedeutet werden: Schmuck, Jahreszeiten, Ritualzyklen. Die Höhle ist nicht immer offen. Man versucht, die Wandgemälde zu schützen. Am besten man informiert sich am Eingang über die Öffnungszeiten. Es gibt auch viele Geräte die die Raumfeuchtigkeit und Temperatur überwachen. Sehenswert ist auch das historische Museum Museo Historia Agaldar, in dem es interessante Informationen zur Entwicklung der Region gibt. Wirtschaftlich prägend war die Verwaltung der Wasserkontingente, die nach bestimmten Regeln verteilt und verkauft wurden. Wasser ist auf der Insel insgesamt knapp. Wasser bestimmt, wie viel Landwirtschaft man betreiben kann. Es gab ein Deputat, aber man konnte sich auch Wasserkontingente hinzukaufen.

Die Küste ist nicht weit entfernt von der Stadt. Man läuft etwa eine halbe Stunde. Der Weg selbst durch abgezäunte und abgedeckte Bananen-Plantagen ist nicht spektakulär, aber die Aussicht der Küstenlandschaft ist überwältigend. Ich komme an zwei „Natürlichen Schwimmbädern“ piscine natural vorbei. Das sind vom Meer abgetrennte Becken, in denen man ohne großen Wellengang und ohne Felsen und Riffs baden kann. An der Küste bis zur Straße nach Las Palmas entlangzulaufen, erweist sich als nicht möglich. Es gibt aber einen gut ausgebauten Weg von El Aguchero bis Caleta de Arriba. Die Uferlandschaften und Steilküsten sind sehenswert. Von Caleta de Arriba laufe ich zurück nach Gálda, um den Bus zurück nach Las Palmas zu erreichen.

Las Palmas – Caldera Bandana

Wieder eine Empfehlung des Fremdenverkehrsamtes: Tour nach Caldera Bandana. Das ist ein Vulkan, den man durch- oder umwandern kann. Der Bus 311 fährt von Las Palmas direkt dahin. Man steigt nach etwa 20 Minuten Fahrt an der Station Bandana aus. Dort gibt es eine kleine Gebirgssiedlung und einen ausgeschilderten Aussichtspunkt. Von dort aus kann man sich entscheiden, entweder in den Krater hinabzusteigen oder über dem Kraterrand zu wandern. Ich entscheide mich für den Kraterrand. Der Rundweg, der häufig über offenbar aufgeschütteten Sand geht, ist relativ einfach und man hat den Vulkan in etwas mehr als einer Stunde umwandert. Spektakuläre Blicke nach beiden Seiten, nach außen, zum Meer und in die Landschaft und hinein in den Krater. Da die Strecke relativ kurz war, entscheide ich mich noch auf den Berg zu steigen, den Pico de Bandana. Auch von dort hat man einen wundervollen Ausblick auf die Umgebung bis hin nach Las Palmas. Insgesamt kann man sagen, dass man, wenn man die obere Variante nimmt, ohne sich sonderlich anzustrengen, in etwa zwei Stunden alles gesehen hat. Der Weg in den Krater kann, je nach Variante wohl nach Angaben des Tourist Office auch entweder in anderthalb Stunden oder in dreieinhalb Stunden bewältigt werden.

Las Palmas – Arucas

Wer wenig Zeit hat, kann von Las Palmas in das fast benachbarte Arucas reisen. Ein sehr hübscher Ort mit einer Kirche „San Juan Bautista“, einem schönen kleinen Boulevard, der im Stadtpark endet. Man erreicht ihn in etwa 30 Minuten mit dem Bus 205. Arucas hat eine eigene Rum-Fabrik, die man auch besuchen kann.  Es gibt ein Stadtmuseum und ein Steinbruchmuseum („La Cantera“). Als ich so gegen 14:00 Uhr ankomme, haben alle Museen bereits geschlossen. Wer also eine Museumstour plant, sollte sich vorher die Öffnungszeiten ansehen. Da ich mit der Stadtbesichtigung inklusive Stadtpark in etwa zwei Stunden durch bin, entschließe ich mich, auf den Berg von Arucas (Montaña de Arucas) zu steigen. Eine Straße führt spiralförmig auf den Gipfel zu. Oben befindet sich ein verlassenes Gebäude, ein ehemaliges Restaurant, „El Secreto de Arucas“. Meinem Eindruck nach ist es erst kürzlich verlassen worden, vielleicht dem Ausbleiben der Touristen in Corona-Zeiten geschuldet. Der Weg lohnt sich dennoch. Von oben hat man einen wundervollen Ausblick auf den Ort und die Umgebung. Einige Aussichtspunkte mit Beschreibungstafeln befinden sich innerhalb des Restaurant-Areals. Man kann sie nur erreichen, indem man (illegal?) die verlassene Anlage betritt.